RSS
 

10. Zurich Film Festival – ZFF Talks

11 Okt

Dieses Jahr habe ich es aus zeitlichen Gründen leider nur zu einem ZFF Talk geschafft:

Casting: die richtige Besetzung finden: Corinna Glaus ist eine der drei wichtigen Casterinnen im Schweizer (Film)Raum und spricht in ihrem ZFF Talk über die Wichtigkeit des Castings und welche Methoden es gibt der Regie den „richtigen“ Schauspieler für die entsprechende Rolle im Drehbuch vorzuschlagen. Leider war ihr Vortrag etwas konfus, sie hat oft ihren eigenen roten Faden verloren und ist in ihrer Präsentation vor und zurückgesprungen. Bezeichnet dafür war auch, dass sie das eigentliche Herzstück und Highlight ihres Vortrags – hochinteressante Castingaufnahmen für eine Rolle im Schweizer Tatort – erst am Ende nach ihrem Schlusswort gezeigt hat. Sie hatte davor einfach darauf vergessen.
Nach dem eigentlichen Talk gab es eine aufschlussreiche Frage und Antwort Session, in der sich Corinna Glaus dann sichtlich wohler gefühlt hat als während ihrer Präsentation.

3 von 5 Punkten.

 
1 Kommentar

Geposted in Zürich

 

10. Zurich Film Festival – 3

08 Okt

The Rise and Rise of Bitcoin: Die Dokumentation erzählt die Geschichte der virtuellen Währung Bitcoin von ihren Anfängen, dem Mysterium Satoshi Nakamoto, bis hin zu aktuellen Ereignissen wie dem Zusammenbruch von Mt.Gox oder den Geschehnissen rund um Charlie Shrem. Der Film wird anhand der Geschichte von Daniel Mross, einem Bitcoin Enthusiasten der ersten Stunde, erzählt und erklärt das ökonimische Konzept einer „freien“ nicht durch zentrale Stellen regulierbaren Währung auf anschauliche Art und Weise. Der Film geht nicht auf technische Details („wie funktioniert das Minen genau?“, „Was passiert beim Verification-Prozess?“, …) ein und hat so das Potential ein breite(re)s Publikum zu erreichen.
Am Ende gab es mangels Moderation und Anwesenheit eines Filmcrew-Mitglieds keine interessante Diskussion.

4 von 5 Punkten.

Showrunners widmet sich dem Lüften der Geheimnisse um die Produktion einer TV-Serie. Ein Showrunner ist für die Leitung einer TV-Serie verantwortlich. Der Film führt anhand von Interviews von vielen (wenig bekannte) Showrunnern von (sehr bekannten) Fernsehserien durch die einzelnen Stufen der Produktion einer Fernsehserie: J.J. Abrams (Lost, Fringe, …), Joss Whedon (Buffy the Vampire Slayer, Angel, Dollhouse, Firefly, …), … Sie alle plaudern aus dem Nähkästchen und geben fast alle eine identische Grundaussage: „Ich habe den besten Job der Welt“ und gleichzeitig „Es ist der härteste Job der Welt, ich würde ihn niemandem empfehlen“.
Im Anschluss gab es eine spannende Frage und Antwort Session mit dem Regisseur Des Doyle.

4 von 5 Punkten.

By the Gun: Ein Mafiafilm nach Schema F. Der Regisseur lässt kein einziges Mafiafilm-Cliché aus: Der Mafiaboss, der ein Puff betreibt; der ältere Bruder, der nicht möchte, dass sein junger Bruder Teil der Organisation wird sondern lieber ins College geht; der von seinem Vater verstossene Sohn, der in der Mafia eine neue Familie sucht; die Tochter des Mafia-Boss, die sich in ein Mitglied eines anderen Mafiaclans verliebt; … Der Film ist sehr eindimensional, langweilig, ohne Plottwists und das Ende ist zu 100 Prozent vorhersehbar. Nicht einmal die Action-Szenen machen den Film interessant.
Im Anschluss gab es keine Frage und Antwort Session.

1 von 5 Punkten.

The Equalizer: Ein durch die Fingierung seines eigenen Todes aus dem CIA ausgetretener Agent muss noch einmal in den Kampf ziehen, als eine junge Frau, zu der er ein Vater-Töchterliches Verhältnis pflegt, von ihrem Zuhälter verprügelt wird. Leider tötet der Agent dabei die 5 wichtigsten Personen der an der amerikanischen Ostküste tätigen russischen Mafia. Die lässt das natürlich nicht auf sich sitzen und daher entwickelt sich ein Actionfilm der Marke einer-gegen-alle mit viel Blut und Schiessereien. Klingt eindimensional, wird aber durch einen hervorragend spielenden Denzel Washington und den sehr langsamen bewussten Szenen zwischen den Action-Momenten aus der Mittelmässigkeit gehoben.

3.5 von 5 Punkten.

 
 

10. Zurich Film Festival – 2

04 Okt

Vonarstræti: Der Film erzählt die Geschichte dreier Menschen aus Reykjavík, deren Lebenswege sich kreuzen und beeinflussen. Jeder von ihnen hat seine eigenen Probleme, die doch mit den Problemen der Mitprotagonisten zusammenhängen. Der Regisseur schafft es erschreckend gut den Zuseher in den Bann zu ziehen und ihn eine Empathie für die 3 Hauptdarsteller entwickeln zu lassen. Der Film wurde auf isländisch mit Untertiteln gezeigt und ich glaube, dass man den Film nur sehr schwer in eine andere Sprache synchronisieren kann. Zu viel würde durch den Wegfall der isländischen Sprache verloren gehen.
Leider war im Anschluss kein Mitglied der Filmcrew anwesend.

5 von 5 Punkten.

Fandry: „Fandry“ heisst auf Marathi „Schwein“. Die Dalits – das ist die unterste Kaste der indischen Gesellschaft – werden vom Dorf nur für das Entfernen der unreinen Wildschweine aus der Dorfumgebung geduldet. Denn wer ein Schwein berührt wird selbst unrein. Jabya, ein junger Dalit, verliebt sich in ein Mädchen einer höheren Kaste. Was sich nun wie die Anbahnung einer romantischen Liebesgeschichte mit Happy End anhört, entwickelt sich zu einer einseitigen (das Mädchen hat nicht mehr als 3 Sätze während des ganzen Films gesprochen) Stalker-Geschichte. Der grösste Teil des Films besteht aus Filmmaterial der Jagd auf eine schwarze Schwalbe (deren Federn eine wichtige Zutat für einen Liebestrunk sind) und der – absurd langwierigen – Verjagung von (nur durchschnittlich Computer-generierten animierten) Wildschweinen aus dem Dorf.
Einzig durch die Darstellung der indischen ländlichen Armut (im Gegensatz zu I.D.) hat den Fim für mich Allgemeinbildungswert.

2 von 5 Punkten.

Nightcrawler: Jake Gyllenhaal konnte leider nicht persönlich anwesend sein, stattdessen hat er einen Videogruss via Kinoleinwand übermitteln lassen.
„Nightcrawler“ protraitiert die Geschichte eines arbeitslosen Bewohners von Los Angeles, der durch Zufall erfährt wie viel Geld sich über das Filmen von Unfällen und den Folgen von Verbrechen machen lässt. Er besorgt sich eine Videokamera und beginnt gefilmtes Material an eine News-Anstalt zu verkaufen. Mit der Zeit wird sein Equipment professioneller und seine Methoden perfider: Er arrangiert Unfallopfer so, dass seine Fotos noch sensationeller und angsteinflössender sind. Als er eines Tages ein Verbrechen „live“ erlebt ohne einzuschreiten oder es zu verhindern, hat er die Grenze überschritten und es kommt zu einem grossartigen Finale.
Im Anschluss war Rene Russo, die den Kontakt in der News-Anstalt spielt, und ihr Mann Dan Gilroy, der Regisseur des Films, answesend und haben ein paar eher lustlose Fragen der Moderatorin beantwortet.

5 von 5 Punkten.

Soodhu Kavvum: Vier zufällig zusammengewürfelte Südinder steigen in das Kidnapping-Business ein. Der Film ist als Komödie ausgelegt und dementsprechend gibt es viele Slapstickeinlagen und – wohl für das indische Kino typische, aber den europäischen Cineasten ungewohnte – extrem übertriebene Szenen: Superzeitlupe, mehrere Musikvideo-artige Einlagen mit einer Mischung aus Bollywood Tanz und amerikanischem Rap-Video (siehe Youtube) und extrem überzeichnete Charaktere. Gegen Ende entwickelt sich der Film mehr zu einer Action-Komödie mit gefühlten 100 lustigen und absurden Plottwists.
Wenn man sich auf diese Art des Kinos einlassen kann, dann wird man mit einer Mischung aus WTF und LOL zufrieden nach Hause gehen.
Der Film ist übrigens komplett und in HD auf Youtube verfügbar.

4 von 5 Punkten.

 

 

 

 

 
 

10. Zurich Film Festival – 1

28 Sep

Das Zurich Film Festival geht in die 10. Runde und so wie letztes Jahr haben wir uns wieder ein paar Filme ausgesucht und angesehen:

La Voz En Off: Eine spanische Familiengeschichte, in der zwei Töchter, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, im Mittelpunkt stehen. Es geht um Vertrauen und Misstrauen, das Finden der eigenen Identität und die Probleme bei der Erziehung der Kinder. Teile des Films haben mir sehr gut gefallen, andere wiederum waren eher zäh und langwierig. Durchwachsen.
Am Ende gab es leider keine Q&A-Session mit einem der Crew-Mitglieder.

3 von 5 Punkten.

Wish I Was Here (inklusive „Career Achievement Award“ für Michael Shamberg): Die erste halbe Stunde vor dem Film war geprägt durch das Warten auf und danach die Anwesenheit von Zach Braff vor dem Kino. Das Selfie-Machen mit Zach Braff und seine Interviews mit diversen Reportern wurden live auf die Kinoleinwand übertragen.
Direkt vor dem Film gab es die Award-Zeremonie für Michael Shamberg, der mir bis dato nicht als Producer bekannt war. Aber spätestens nach dem Showreel seiner Werke (Pulp Fiction, Garden State, Django Unchained, Erin Brockovich, A Fish Called Wanda, …) ist er auch mir ein Begriff. Im Zuge der Zeremonie war auch Zach Braff auf der Bühne und hat in seiner lockeren lustigen Art einiges über den Film und seine Entstehung erzählt.

Michael Shamberg und Zach Braff am 10. Zurich Film Festival

Der Film selbst war grossartig. Interessante Story mit vielen Seitenhieben auf den jüdischen Glauben, schöne Bilder, guter Soundtrack und einem zum Nachdenken anregenden Happy-End. Zach Braff, Kate Hudson und vor allem Joey King haben dem Film Glaubwürdigkeit verliehen.
Insgesamt über das ganze Event gesehen kann ich mich nicht erinnern wann ich 22 Schweizer Franken besser in Unterhaltung investiert habe als an jenem Abend.

5 von 5 Punkten.

I.D.: Ein Film aus der ZFF Reihe „Neue Welt Sicht – Indien“ und ich wusste nicht so recht, was mich erwartet. Aber egal, was ich erwartet hätte, der Film hätte die Erwartung übertroffen. Sehr gefühlvoll und – soweit ich das beurteilen kann – auch sehr authentisch portraitiert der Regisseur Kamal K.M. eine junge Frau, die in einem besseren Viertel von Mumbai wohnt und durch einen Zwischenfall mit der anderen Seite Mumbais konfrontiert wird: Bürokratie, Armut, Slums, das Abschieben von Verantwortlichkeiten, aber auch Hilfsbereitschaft. Der Film zeigt in meinen Augen auch ein sehr realistisches Portrait der Stadt Mumbai.
Nach dem Film war Kamal K.M. anwesend und hat sich vielen interessanten Fragen gestellt.

4 von 5 Punkten.

 
1 Kommentar

Geposted in Zürich

 

Sonntagsspaziergang

16 Feb

Schweizer Geschichte ist nicht nur deine Geschichte

My Home is my Castle and my Home ist in Wipkingen

 
 

Air Berlin und mein kaputter Koffer – Teil 4

08 Dez

Die Strategie von Air Berlin scheint aufzugehen: Nach den Erkenntnissen am Service Schalter von Air Berlin und am Flughafen Zürich bei Swissport hatte ich keine Lust mehr noch länger auf nicht-kommende Antworten vom Air Berlin Kundenservice zu warten und daher beschlossen die Sache auf die einfache Art hinter mich zu bringen.

Ein Besuch bei einem offiziellen Samsonite Reparaturzentrum in Zürich war angesagt.

Reparaturservice Reiseartikel Zürich

weiterlesen »

 
2 Kommentare

Geposted in Reise, Zürich

 

9. Zurich Film Festival – ZFF Talks

10 Okt

Im Rahmen des 9. Zurich Film Festivals gab es drei ZFF Talks, an denen man kostenfrei im Festivalzentrum am Sechseläuten-Platz teilnehmen konnte. Zwei davon habe ich mir angesehen.

Locationscouting: Die Schweiz als Drehort: Arnold H. Bucher erzählt über das Vorgehen beim Finden der perfekten Location, über Schwierigkeiten beim Erhalten von Drehgenehmigungen, komplizierte Regisseure und vieles mehr. All das demonstriert er anhand konkreter Arbeitsmuster (Sennentuntschi und The Girl with the Dragon Tatoo) und Anekdoten aus seinem Arbeitsalltag.

ZFF Talk 2013 Arnold H. Bucher Locationscouting: Die Schweiz als Drehort

4 von 5 Punkten.

Filmfehler: Gibt es den perfekten Film? Marius Schäfer von fehler-im-film-de referiert über die unterschiedlichen Arten von Filmfehlern (chronologische Fehler, Crew-oder-Equipment-im-Bild, …). Nach der Einleitung zeigt er einzelne Filmausschnitte (Knight and Day, Dirty Dancing, Lethal Weapon 3, Troja, …) und das Publikum darf versuchen das erlernte Wissen in die Praxis umzusetzen und den oder die Fehler zu erkennen. Nach jedem Ausschnitt wird zurückgespult und Marius Schäfer klärt – teilweise anhand von Vergrösserungen und Zeitlupe – den Fehler auf. Daraus ergibt sich eine äusserst unterhaltsame und interaktive Präsentation.

ZFF Talk 2013 Marius Schäfer Filmfehler: Gibt es den perfekten Film?

4 von 5 Punkten.

 
1 Kommentar

Geposted in Zürich

 

9. Zurich Film Festival – 3

07 Okt

Spieltrieb: Der Roman von Juli Zeh zählt zu meinen Lieblingsbüchern und dementsprechend gespannt war ich auf die filmische Umsetzung von Gregor Schnitzler. Vielleicht lag es daran, dass ich die Handlung schon kannte oder auch an meinen hohen Erwartungen, aber der Film hat mich nicht überzeugt. Abgesehen vom ersten Drittel, in dem dem Regisseur eine recht gute Einführung in die (Gedanken-)Welt des weiblichen Hauptcharakters Ada Fischer gelungen ist, wirkte der Film – auf mich – an vielen Stellen zu hastig. Die Entwicklung von Ada und Alev ging mir zu rasch.
Im Anschluss waren der Regisseur sowie die Hauptdarsteller Michelle Barthel und Jannik Schümann anwesend. Die Q&A war ernüchternd. Michelle Barthel ist in natura recht schüchtern und ihr mit gekreuzten Beinen da stehen zusammen mit ihrem kindlichen Lachen bei ernsten Fragen machte die Illusion der starken Ada Fischer zunichte.

2 von 5 Punkten.

Puppy Love: Ein Film über zwei Mädchen, die zusammen – und doch jedes für sich – die Sexualität entdecken. Spannend diesen Lebensabschnitt aus der Sicht der weiblichen Seite zu sehen. Der Ausdruck „puppy love“ wird bei Wikipedia recht treffend definiert.

3 von 5 Punkten.

Am Hang: Zwei Männer führen (fast) einen ganzen Film lang Dialog und nach und nach bekommt der Zuseher mit, dass sie über die gleiche Frau sprechen. Als dann auch der ältere Protagonist – der gehörnte Ehemann – die Situation realisiert spitzt sich diese zu und kommt zu einem überraschenden Ende. Trotzdem die erzählte Geschichte vordergründig nicht viel hergibt ist der Film sehr intensiv. Das liegt zum einen an den grossartig spielenden Schauspielern als auch der Art und Weise, wie der Regisseur den Zuseher die Puzzlestücke der Dreiecksbeziehung mit der Zeit selbst zusammensetzen lässt.

4 von 5 Punkten.

 
 

9. Zurich Film Festival – 2

05 Okt

Płynace wiezowce: Ein Film über die Problematik der Homosexualität in Polenin der Gesellschaft. Zwei junge Männer kommen sich trotz widriger Umstände – Familie, Umfeld, eigene Schüchternheit, Gesellschaft – näher und sind am Ende dem gemeinsamen Glück sehr nahe. Die Geschichte könnte in jeder europäischen Grossstadt spielen und zeigt die innere Gedankenwelt des Hauptdarstellers auf eine sehr sensible Art und Weise.
Leider war im Anschluss kein Vertreter der Filmcrew anwesend.

4 von 5 Punkten.

Fire in the Blood: Eine Dokumentation über die Verhältnisse zwischen dem reichen „Westen“ und den armen Entwicklungsländern am Beispiel der nicht-Verbreitung von lebenswichtigen AIDS-Medikament-Generika in Indien und Afrika. Der Autor/Produzent Dylan Mohan Gray zeigt Verbindungen zwischen Politik und Pharmaindustrie und deren weitreichenden Einfluss auf. Wer sich halbwegs für Weltpolitik interessiert und für einen Teil der globalen Gesellschaft hält sollte diesen Film gesehen haben.
Die anschliessende Diskussion mit dem Autor und zwei Mitgliedern der Médecins Sans Frontières hat noch einige weitere Punkte angeschnitten und vertieft. Einziges kleines Manko an dem Film: Die Seite der Pharmaindustrie wird kaum beleuchtet.

5 von 5 Punkten.

Rush: Ein Portrait der Rivalität zwischen Niki Lauda und James Hunt in den späten 70er Jahres des vorherigen Jahrhunderts. DamalsTM war Formel 1 noch ein richtiger – gefährlicher – Sport und der Film fängt dieses Haudegen-Gefühl perfekt ein. Dazu tragen auch die Schauspieler – Chris Hemsworth und vor allem Daniel Brühl – und die perfekte visuelle und akkustische Umsetzung der Formel 1 Autos bei.
Unbedingt im grossen Kino und unbedingt in Originalfassung (Niki Laudas Englisch ist fabelhaft gut umgesetzt) ansehen. Popcorn-Kino Empfehlung!
Nach dem Film kann man sich die Unterschiede zwischen Film und Realität durchlesen (Spoiler!).

5 von 5 Punkten.

Liberace – Too much of a good thing is wonderful: Das erste was ich bei der Anmoderation des Films gelernt habe ist, dass der Filmtitel nicht „Liber-Ace“ sondern „Liberaçe“ („Liberatsche“) ausgesprochen wird. Die erste halbe Stunde ist absolut beeindruckend: Michael Douglas spielt einen opulenten Entertainer in den 50er Jahren in Las Vegas und Matt Damon seinen jungen Lover-Boy. Am Beginn des Films ist man noch überwältigt von den Bildern und Szenen, aber nach und nach hat man sich sattgesehen und es fällt auf, dass die Story nicht viel hergibt.

2 von 5 Punkten.

 
 

9. Zurich Film Festival – 1

29 Sep

Auch dieses Jahr haben wir es uns nicht nehmen lassen uns einigeviele Filme des Zurich Film Festival anzusehen:

Talea: Der österreichische Film Talea erzählt die Annäherung zwischen Jasmin – einem bei einer Pflegefamilie aufwachsenden Teenager – und ihrer Mutter Eva, die aus einem dem Zuschauer nicht bekannten Grund die letzten 14 Jahre im Gefängnis verbracht hat. Die von der Regisseurin Katharina Mückstein gewählte Bildsprache ist sehr langsam und eine wohltuhende Abwechslung zu so manchem „schnell“ produziertem Hollywoodfilm.
Im Anschluss war die Regisseurin anwesend und hat sehr ausführlich auf die zahlreichen Fragen des Publikums geantwortet, was dem Gesamterlebnis für mich einen Extrapunkt verliehen hat.

4 von 5 Punkten.

Houston: Ein erfolgreicher Headhunter aus Deutschland soll den CEO einer grossen amerikanischen Firma diskret abwerben und reist zu diesem Zweck nach Houston. Dort wird er immer wieder an die Grenzen seines Könnens gebracht als nach und nach jeder Versuch der Annäherung scheitert. Ein Film über das Allein-sein und die oberflächliche amerikanische Art.
Nach dem Film war der Drehbuchautor Bastian Günther anwesend, allerdings kamen vom Publikum kaum Fragen. Die Q&A Session hat daher nicht lange gedauert.

3 von 5 Punkten.

Prisoners lief ausser Konkurrenz im Rahmen des Golden Icon Award für Hugh Jackman. Aus dem Grund war dieser auch vor dem Film live vor Ort und hat einige Dinge vom Film erzählt. Und dass er „sein Leben“ der Schweiz verdankt, weil seine Eltern sich in Interlaken kennen gelernt haben (tosender Appaus aus dem Publikum …).

Hugh Jackman am ZFF 2013

Der Film selbst ist eine grossartig erzählte Geschichte über zwei entführte Mädchen. Sehr behutsam – und trotzdem unglaublich packend und intensiv – wird die Suche aus einerseits der Perspektive des Vater einer der Mädchen (H. Jackman) als auch des leitenden Detective (J. Gyllenhaal) dargestellt. Ohne zu Verurteilen oder den Zeigefinger zu heben wird die Frage herausgearbeitet wie weit man sich vom Gesetz entfernen darf um der Wahrheit auf die Spur zu kommen.

5 von 5 Punkten.

Lej en familie A/S: Der englische Titel „Rent a Family Inc.“ verrät mehr über den Inhalt: Herr Ryuichi bietet über seine Firma Menschen zur Miete an. Egal ob ein Ehemann für ein Treffen mit dem Ex-Mann gesucht wird oder die verstorbenen Familienmitglieder der Braut für eine Hochzeit ersetzt werden müssen, Ryuichi hat für jede Situation die passenden Doubles zur Hand. Privat läuft es für ihn nicht so gut, denn seine Frau und seine Kinder entfremden sich immer mehr von ihm.
Was wie ein Spielfilm klingt ist eine sehr sensibel gemachte Dokumentation, die tiefe Einblicke in die japanische Mentalität und Gesellschaft bietet.

4 von 5 Punkten.

 
1 Kommentar

Geposted in Zürich