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12. Zurich Film Festival – 2

02 Okt

La delgada línea amarilla („The Thin Yellow Line“): Toño hat die Wirtschaftskrise in Mexiko hart getroffen: Ohne Job kämpft der ehemalige Vorarbeiter einer Strassenbaufirma ums Überleben. Eines Tages trifft er einen ehemalige Chef und dieser bietet ihm einen Job an. Toño soll innerhalb von 15 Tagen – bevor der grosse Regen kommt – 217 Kilometer Landstrasse mit einer gelben Mittellinie versehen. Dazu stehen ihm 4 Arbeiter zur Verfügung, die unterschiedlicher nicht sein können: Ein ehemaliger Lastwagenfahrer (der jetzt halb blind ist), ein Zirkusarbeiter, ein Herumstreicher und ein Teenager, der von zu Hause fort gegangen ist. Es entwickelt sich ein ungewöhnlicher Roadmovie mit vielen interessanten, überraschenden und nachdenklichen Elementen.
Es war sehr angenehm einen Film zu sehen, der zwar in Mexiko spielt, aber keine Elemente des „Standard Mexiko Films“ (Drogen, Prostitution, Waffen, die Grenze zu den USA, …) enthält.
Nach der Vorführung war der Produzent Alejandro Springall anwesend und hat sich von einer eher unerfahrenen Moderatorin interviewen lassen, aber trotzdem ein paar spannende Details vom Dreh verraten.

Alejandro Springall am 12. Zurich Film Festival 2016

4 von 5 Punkten.

Imperium: Die meist jungen Fans des zur Gala Premiere anwesenden Hauptdarstellers Daniel „Harry Potter“ Radcliffe haben den Start des Films um etwa 45 Minuten verzögert. Dann hat Steven Gätjen die obligatorischen Eröffnungsfragen an ihn und Regisseur Daniel Ragussis gestellt und die üblichen – eher einstudiert wirkenden – Standardantworten bekommen. Im Film selbst geht es um die Einschleusung eines verdeckten Ermittlers in US-amerikanische rechtsextreme Kreise um die Detonation einer schmutzigen Bombe in Washington D.C. zu verhindern. Radcliffe wird aufgrund seiner Vergangenheit als Marine, der im Irak zur Massenvernichtungswaffen-Sucheinheit gehörte, von vielen unterschiedlichen rechten Gruppen umworben. So erhält der Zuseher Einblick in die Szene der brutalen – aber etwas dümmlichen – rechten Schläger, des religiösen Ku-Klux-Klan sowie der organisierten White Power Bewegung.
Das Ende war etwas vorhersehbar, aber abgesehen davon zeigt der Film sehr realitätsnah wie das Leben eines Undercover Agenten aussieht.

Daniel Radcliffe am 12. Zurich Film Festival 2016

4 von 5 Punkten.

Salt and Fire: Eine Wissenschaftlerin – Veronica Ferres – bekommt von der UN den Auftrag das Diablo Blanco Disaster vor Ort in Südamerika zu untersuchen und einen Bericht zu schreiben. Der reuige CEO der für das Disaster verantwortlichen Firma möchte ihr das Problem auf seine eigene Art und Weise vermitteln, entführt die wissenschaftliche Deligation und zwingt die Hauptdarstellerin eine Woche auf einer „Insel“ in der Salzwüste mit seinen zwei fast blinden Söhnen im Kindesalter zu verbringen. Klingt seltsam? Ist auch so.
Der ganze Film wirkt so als ob die Filmmacher sich einen Bolivienurlaub über die Filmförderung finanziert hätten: Sowohl inhaltlich als auch schauspielerisch grottenschlechte Dialoge und eine Story mit mehr losen Enden und ungeklärten Motivationen als so mancher B-Movie. Das einzige wofür sich das Ansehen dieses Films lohnt sind die Naturaufnahmen der Salar de Uyuni, aber auch da gibt es vermutlich bessere Wege um sich diese zu Gemüte zu führen.
Schade, dass im Anschluss niemand von der Filmcrew anwesend war um sich zu rechtfertigen.

0 von 5 Punkten.

Hell or High Water: Die Brüder Tanner und Toby Howard überfallen kleine Banken in Texas um die Hypothek der Farm ihrer verstorbenen Mutter abbezahlen zu können bevor das Land an die Bank überschrieben wird. Der sich kurz vor dem Ruhestand befindliche Texas Ranger Marcus Hamilton (Jeff Bridges) und sein Partner heften sich an an die Fersen. Das Spezielle an diesem Western ist, dass er in der Jetztzeit spielt und es dem Regisseur David Mackenzie trotzdem vortrefflich gelingt die klassischen Elemente eines Westerns einzubauen ohne, dass der Film „aufgesetzt“ und künstlich wirkt.
Auch hier war leider kein Mitglied der Filmcrew im Anschluss anwesend.

4 von 5 Punkten.

Stille Reserven: Wien in nicht allzuferner Zukunft: Totale Überwachung der Bevölkerung und der Abschluss von Todesversicherungen sind Usus. Eine solche Versicherung schützt davor im Todesfall in die „Geriatrie“ zu kommen, wo menschliche Körper in einem vegetativen Zustand gehalten werden um als Leihmutter, Datenspeicher oder Organspender verwendet zu werden. Eine Gruppe von Rebellen stellt sich gegen den mächtigen Versicherungskonzern und versucht die Geriatrie-Anlage durch Sabotage zu zerstören und den „verstorbenen“ ihr Recht auf den eigenen Tod zurückzugeben.
Im Anschluss leider ohne Anwesenheit von Regisseur, Schauspielern oder Produzenten. Der Film hat den Wettbewerb „Fokus Schweiz, Deutschland, Österreich“ des 12. Zurich Film Festivals gewonnen.

3 von 5 Punkten.

 
 

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