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7. Zürich Film Festival Teil 2

02 Okt

Schwarzkopf: Ich kenne mich in der österreichischen „Untergrund“ Hip Hop Szene überhaupt nicht aus und kannte vor dem Film weder Nazar noch Raf Camora. Der Regisseur Arman T. Riahi hat eine für meine Betriffe total untypische Dokumentation zum Thema Einwanderung, Identität(sfindung), Integration und Hip Hop Musik geschaffen. Untypisch deswegen, weil er es geschafft hat einen aktuellen Lebensabschnitt Nazars zu dokumentieren und parallel dazu durch zwei weitere Generationen von Einwanderungskindern (etwa 8 bis 12 & 17 bis 19 Jahre) frühere Lebensabschnitte des Rappers zu portraitieren. Durch diese „Zeitsprünge“ erzeugt der Regisseur einen insgesamt sehr vielschichtigen runden Film.

Schön fand ich auch, dass Arman T. Riahi nach dem Film anwesend war und sich eine – zwar in kleiner Runde, aber doch – interessante Diskussion entwickelt hat. Toll finde ich ausserdem, dass die Website zum Film weiterführende Aktionen (Rap Contest, Screenings in der Klasse inklusive Unterrichtsmaterial für die Lehrer, …) anbietet um so einen Teil zum schwierigen Thema der Integration beizutragen.

5 von 5 Punkten.

Texas Killing Fields: Ein klassischer Krimi/Thriller mit zwei Ermittlern, die zwischen zwei verschiedenen Fällen hin- und hergerissen werden. Filme wie diese gefallen mir, weil mich die realitätsnahe Darstellung der Polizeiarbeit fasziniert. Insgesamt war die Geschichte allerdings etwas kompliziert und unübersichtlich und das Ende war leider etwas abrupt und kitschig.

3 von 5 Punkten.

Shame: Ein Film über Beziehungen, Beziehungsunfähigkeit und der Sehnsucht nach etwas Unbenanntem. Hat mich vor allem bezüglich Letzterem recht an Kubricks Eyes Wide Shut erinnert, was aber auch daran lag, dass die (positive) Langsamkeit einzelner Szenen und die düsteren Grossstadtszenen (in diesem Fall New York) eine frappante Ähnlichkeit hatten.

Interessant auch war auch, dass der Film am Festival von Ärzte ohne Grenzen gesponsert wurde, obwohl dies selbst ein Verein ist, der auf Spendengelder angewiesen ist.

3 von 5 Punkten.

Übrigens: Atmen hat das Goldene Auge für den besten deutschsprachigen Spielfilm am 7. Zürich Film Festival gewonnen.

 
 

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